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Radtour vom Spreewald in die Sächsische Schweiz

Spreeradweg, Bärwalder SeeUm endlich ein Gefühl dafür zu bekommen, wie nah die Sächsische Schweiz an meiner Heimatstadt Cottbus liegt, habe ich eine Radtour auf dem Spreeradweg von Cottbus nach Bautzen und weiter auf dem Spreeradweg und Tschechiens Radweg 3041 von Bautzen nach Hinterhermsdorf gemacht. Es hat sich gelohnt!

Radtour I: Cottbus – Spremberg – Bärwalder See – Bautzen (100km, leicht)

Da die Wetterprognose heiße Temperaturen um die 30°C voraussagte, haben mein Vater und ich uns bereits gegen sieben Uhr morgens auf den Weg nach Spremberg gemacht. Der Weg zur Talsperre ist mir bestens vertraut, da ich diese Route bereits öfter eingeschlagen habe (siehe hier). Bis in die Stadt Spremberg (20km) selbst bin ich aber noch nie vorgedrungen – und das sollte mir auch dieses Mal nicht so leicht vergönnt sein:

Spreeradweg, SpreeSpreeradweg, Bautzen, AltstadtWeifberg, Weifbergturm, Aussichtsturm, Sächsische Schweiz, Hinterhermsdorf, 3041

Reifenpanne fünf Kilometer vorm ersten Ziel. Ein total spitzer, fieser Stein hat sich in den Reifen gebohrt, was bei dem Radweg auch gut verständlich ist: ein ganzes Stückchen ging es nämlich nur auf Kieselsteinen voran. Gut dass es in Spremberg mehrere Fahrradläden gibt, von denen sogar einer sofort alles reparieren konnte. Die Stadt macht mit seiner tollen Innenstadt auch sonst einen sehr guten Eindruck auf mich: mein Vater meint, Spremberg habe sich in den letzten zehn Jahren stark positiv verändert.

Weiter ging es jetzt auf durchgängig asphaltierten Radwegen bzw. Straßen zum Bärwalder See (60km) in der Nähe von Boxberg. 1997 begann die Flutung des ehemaligen Tagebaus und dauerte elf Jahre an. Heute ist der See der größte See Sachsens und ein beliebtes Ausflugsziel für Bautzener, Görlitzer und Dresdner. Der Spreeradweg führt nun immer seltener direkt am Fluss entlang, dafür aber durch viele Wälder und kleinere Seenlandschaften. Mückenspray ist hier, auch in Folge des Hochwassers im Juni 2013, Pflicht!

Ein weiteres Highlight war die kurz vor Bautzen gelegene Talsperre Bautzen (95km). Ausreichend Möglichkeiten zum Baden an warmen Tagen sind also vorhanden! Bis hierher war es auch wirklich sehr flach, ab nun ging es aber bergauf in die Stadt. Nach ziemlich genau 100km hatten wir dann das Stadtzentrum von Bautzen erreicht. Bautzen ist wirklich eine sehr schöne Stadt, hat eine tolle moderne Wohnlage oberhalb des historischen Stadtmauer und viele Türme. Ein Muss für jeden Besucher ist das Bautz’ner Senfmuseum, in dem auch Senf zur Verkostung angeboten und verkauft wird. Da musste natürlich ein tönernes Preiselbeersenfglas mit ;-)

Radtour II: Bautzen – Sohland a.d. Spree – Tschechien – Hinterhermsdorf (50km, schwer)

Tja, in Bautzen hat mein Vater noch gescherzt, dass er die nahen Berge des Oberlausitzer Berglandes hochfahren müsse. Aber wer nicht die nötige Kraft, Ausdauer und den dazugehörigen Willen hat, der bricht jetzt spätestens in Sohland an der Spree (25km) ab. Das ist der letzte Ort vor der deutsch-tschechischen Grenze unserer Radtour. Denn hier geht es innerorts fünf Kilometer nur bergauf. Hier verlassen wir übrigens auch den Spreeradweg und folgen der Ausschilderung zum touristischen Grenzübergang (nicht Schluckenau!). Eine letzte Notiz zum Spreeradweg, bevor es nach Böhmen geht: der Wertung des ADFC mit 4 Sternen kann ich mich nur anschließen. Die Mängel sind laut mir und ADFC die gleichen: Ausschilderung (manchmal fehlt das Logo und Bautzen ist plötzlich 10km weiter weg als am Schild vorher) und Befahrbarkeit (Untergrund).

In Tschechien folgen wir ausschließlich und sogar bis Hinterhermsdorf dem Radweg Nr. 3041. Ich finde es sehr vorbildlich und auch eine Idee für Deutschland, alle Radwege zu nummerieren und an jeder Kreuzung auszuschildern. Außerdem haben die tschechischen Schilder die Signalfarbe gelb, man kann sie also nur schwer übersehen. In der Sächsischen Schweiz werden die Nummern bereits als Ergänzung zur üblichen Ausschilderung geführt. Etwa 13km geht es durch Tschechien, auf dem letzten Teilstück ab Mikulášovice (Nixdorf, 42km) ist der Radweg sogar Teil des Rübezahlradweges. Aber Achtung: der Weg ab Mikulášovice führt teilweise über groben Schotter – Sturzgefahr! Dieser Weg muss unbedingt neugemacht werden.

Sächsische Schweiz, Weifberg, Weifbergturm, AussichtsturmKurz bevor wir Hinterhermsdorf erreichten, führte der Radweg direkt am Weifbergturm (46km) vorbei. Die fünf Minuten Fußweg hoch zum Aussichtsturm nahmen wir in Kauf, dafür gab es aber auch einen herrlichen Blick über einen Großteil der Sächsischen Schweiz. Nach anstrengenden 48km kamen wir dann endlich in Hinterhermsdorf an.

FAZIT: Cottbus, Bautzen, Tschechien und die Sächsische Schweiz liegen eigentlich ziemlich nah aneinander. Die Radtour war an beiden Tagen super, die “kurze” Strecke am zweiten Tag wurde durch die vielen Höhenmeter kompensiert. Insgesamt total empfehlenswert, aber nichts für schwache Beine und schwachen Willen!

von Adrian Bauch (2013-06-28)

PS: Tut mir leid für den verspäteten Blog, das Internetcafé in Bad Schandau hat sich für einen derart großen Artikel leider nicht geeignet!

Dieser Blog vom 28.06.2013 um 09:00 ist einsortiert unter: Radtour, Sächsische Schweiz, Spreewald